Seminarzentrum für Tiergesundheit OWL

27. Juni 2012

Seminarzentrum für Tiergesundheit und Tierhomöoapthie in OWL gegründet

Zusammen mit meinen Kolleginnen Kristin Trede und Petra Althof biete ich ab sofort interessante Seminare für Tierhalter und Therapeuten an. Die Seminare finden in der Regel in unseren Seminarräumen in der Stiftung Hof Brechmann in Schloß Holte-Stukenbrock statt, bei Bedarf und auf Anfrage auch gerne an anderen Orten in OWL.

Wir bieten Aus- und  Fortbildung für Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeuten und Tierhalter an. Unser Programm dreht sich rund um Hund, Katze, Pferd, Nutztiere und Kleintiere.

Unsere kompetenten und erfahrenen Referentinnen und Referenten präsentieren Ihnen Vorträge und Seminare zu folgenden Themen:

  • klassische Tierhomöopathie
  • Die homöopathische Haus- und Notfallapotheke
  • Fütterung
  • Haltung
  • Hufpflege
  • sowie weitere Themen nach Bedarf und Interesse.

Tierheilpraktikerinnen und Tierheilpraktiker finden bei uns Fortbildungen, Supervision und Intervision in klassischer Tierhomöopathie. Fortbildungen zu den Themen Existenzgründung, Marketing und Praxismanagment können Sie auf Anfrage buchen.

Aktuell bieten wir für Tierhalter Seminare zur Hunde- und Katzenernährung, Impfungen und zur homöopathischen Hausapotheke an.  Ein Hufseminar ist in Vorbereitung. Das Angebot wird laufend aktualisiert.

Besuchen Sie uns unter www.seminarzentrum-tiergesundheit.de

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Tierheilpraktikerin Dr. iur. Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de

Seminar: “Illusion Pferdeosteopathie” mit Tanja Richter

27. April 2012

Samstag, 10. November 2012,
9.00 h bis 17.00 h

Illusion Pferdeosteopathie“ – mit Referentin und Autorin Tanja Richter

Stiftung Hof Brechmann,
Paderborner Str. 36, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock.

Dieses Seminar richtet sich an Pferdebesitzer, die besser verstehen wollen, was in ihrem Pferd vor sich geht. Es soll helfen, den Zusammenhang zwischen körperlicher Anforderung beim Reiten und Belastungsfaktoren für den Bewegungsapparat zur erkennen. Wie erkennt man Schmerzen beim Pferd? Wie funktioniert die „Mechanik“ des Pferdes? Wie kommt es zu Rückenproblemen? Was passiert bei einer Blockade? Wie geht „einrenken“? Wie sieht der richtige Weg zur Therapie bei Rückenproblemen aus? Welche weiteren Faktoren schädigen den Bewegungsapparat des Pferdes? Tanja Richter klärt Irrtümer und Missverständnisse auf, die über Pferdephysiotherapie und -osteopathie verbreitet sind. Während des Seminars wird die Referentin ihre Arbeit an mehreren Pferden praktisch demonstrieren und erläutern. Tanja Richter leitet das Institut für Pferdephysiotherapie in Dietersdorf-Seßlach und ist Autorin des Buches „Illusion Pferdeosteopathie- Von ausgerenkten Wirbeln und anderen Märchen“, 2011, Wu Wei Verlag (www.Wu-Wei-Verlag.com), ISBN 978-3-930953-66-0.

Die Kosten betragen 90 € je Teilnehmer/-in.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen beschränkt.

Anmeldungen bitte direkt bei den Veranstalterinnen:

Tierheilpraktikerin (DGT) Kristin Trede,
Paderborner Str. 38, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock,
www.kristin-trede.de, E-Mail: info@kristin-trede.de

Tierheilpraktikerin (DGT) Dr. iur. Ricarda Dill,
Plaßkampweg 30, 32760 Detmold,
www.tierheilkunde-owl.de, E-Mail: rd@tierheilkunde-owl.de

Buchtipp: Hal Herzog, “Wir streicheln und wir essen sie”

09. März 2012

„Die natürlichste menschliche Interaktion mit Tieren ist der Wunsch sie zu essen“. Wieso also kommen Menschen auf die Idee, ihr Heim mit essbaren Tieren zu teilen? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen einen relativ jungen Wissenschaftszweig, der sich „Anthrozoologie“ nennt, gelegentlich findet man auch den Begriff „Human-Animal Studies“. Die Anthrozoologie widmet sich allen Fragen der Mensch-Tier-Beziehung. Sie ist interdisziplinär und bietet Philosophen, Psychologen, Zoologen, Medizinern und Juristen ein spannendes Betätigungsfeld. Hal Herzog ist Professor für Psychologie an der Western Carolina University. Mit seinem Buch „Wir streicheln und wir essen sie – unser paradoxes Verhältnis zu Tieren“ (Hanser Verlag, 2012, 315 S., ISBN: 978-3-446-42922-2, 19,90 €), gibt er einen leidenschaftlichen und sehr gut verständlichen Überblick über den aktuellen Forschungsstand der Anthrozoologie. Es handelt sich um die deutsche Übersetzung seines bereits 2010 in den USA erschienenen Buches „Some we love, some we hate, some we eat.“

Warum halten Menschen Tiere?

Der Mensch ist das einzige Tier, das längere Zeit nur zu seinem Vergnügen Mitglieder anderer Gattungen hält. Welchen evolutionären Nutzen hat der Mensch davon? Die Antwort ist derzeit nicht bekannt, es gibt mehrere Hypothesen dazu, z.B. dass Kinder, die in Familien mit Haustieren aufwachsen, später verantwortungsbewusstere Menschen werden, die wiederum eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, viele Nachkommen zu zeugen. Meine Lieblingshypothese ist die, dass der evolutionäre Nutzen für die Haustiere möglicherweise größer ist als für den Menschen, was Katzen und Hunde zu einer höheren Form von Parasiten machen würde (ahnen wir es nicht jedes Mal, wenn wir eine Dose Futter öffnen?).

Viele Fragen, viele Widersprüche

Wem hilft die Delfintherapie? Unterscheiden sich Hunde- und Katzenbesitzer in ihren Persönlichkeitsmerkmalen? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Tierquälerei durch Heranwachsende und späterer Kriminalität? Unterscheiden sich Männer und Frauen im Hinblick auf ihre Einstellungen zu Tierschutz, Tierquälerei und Fleischkonsum? Wie werden Hunderassen zu Moderassen? Warum finden Menschen Hahnenkämpfe abartig und haben gleichzeitig kein Problem damit, genussvoll die Chickenwings gequälter Masthähnchen zu verzehren? Warum halten wir das Sterben von Millionen von Versuchsmäusen für vertretbar und begraben die Haustiermaus unter Tränen im Garten?Was unterscheidet die Mausefalle in der Speisekammer von der Tötung im Tierversuch? Warum schaffen es junge Robben regelmäßig in die Hitliste schützenswerter Tiere, während dies dem chinesischen Riesensalamander versagt bleibt? Welche Motive bewegen Menschen, fleischlos zu leben? Welche lassen sie zu Ex-Vegetariern werden?

Der Mensch ist ein Lebewesen mit komplexen Verhaltensweisen

Herzogs Buch ist ein modernes Wissenschaftsbuch. Es präsentiert viele Fragen und mögliche Antworten. Manche Argumentationsketten schwächeln oder sind verkürzt, dafür entschädigt ein umfangreicher Anmerkungsapparat mit vielen Hinweisen zum Weiterlesen. Auf Absolutheitsansprüche und moralische Vorgaben verzichtet Herzog größtenteils, was engagierte Tierschützer bedauern mögen. Sein Anspruch ist der eines Psychologen, es geht ihm vor allem darum, mehr über den Menschen und sein Verhalten herauszufinden. Eine wichtige Feststellung Herzogs ist, dass emotionale Entscheidungen im Mensch-Tier-Verhältnis oftmals nicht rationaler Überprüfung standhalten. Dies gilt gleichsam für Tierschützer wie für Befürworter der Massentierhaltung oder von Tierversuchen. Diese Einsicht könnte es uns ermöglichen, unsere eigenen Einstellungen und Argumente zu Tierschutz und Tierhaltung zu überprüfen, zu schärfen und eventuell andere Prioritäten zu setzen, vielleicht sogar Kompromisse zu schließen. Auf jeden Fall ist sein Buch geeignet, frischen Wind in manche festgefahrene Debatte zu bringen.

Fazit

Ein anregendes Buch für alle, die sich der Mensch-Tier-Beziehung von der wissenschaftlichen Seite nähern wollen.

Weiterführende Links

Wer mehr über die Anthrozoologie wissen möchte, wird natürlich auch im Internet fündig. Die wichtigsten Quellen sind die International Society for Anthrozoology (www.isaz.net), die die regelmäßig erscheinende Zeitung „Anthrozoös“ herausgibt, das Animal & Society Institute (www.animalsandsociety.org) und www.anthrozoology.org. Hal Herzog betreibt außerdem einen Blog, in dem er viele seiner im Buch dargestellten Themen aufgreift und diskutiert: www.psychologytoday.com/blog/animals-and-us. Unbehagen bereitet der Umstand, dass die einschlägigen Webseiten zur Anthrozoologie zumindest auch von der Tierfuttermittelindustrie (Nestlé Purina: www.isaz.net und Mars: www.anthrozoology.org) gefördert werden. Hier liegt natürlich der Verdacht nahe, dass die Forschung vor allem dazu dienen könnte, herauszufinden, wie man Tierhaltern am Besten Futter verkauft. Doch die Strategien zu kennen bedeutet auch, sich dagegen wappnen zu können.

Dr. iur. Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de

Scheinträchtigkeit bei der Hündin

26. Januar 2012

Nicht kastrierte Hündinnen entwickeln häufig Symptome, die denen einer Trächtigkeit gleichen: sie werden matt, sind appetitlos und ziehen sich zurück, das Gesäuge schwillt an, sie “adoptieren” Gegenstände (Spielzeug oder Schuhe) und manchmal geben sie sogar Milch. Die Tiermedizin hat dafür verschiedene Fachbegriffe: Pseudogravidität (Scheinträchtigkeit), Lactatio falsa (“falscher Milcheinschuss”) oder Lactatio sine graviditate (Milchfluss ohne Trächtigkeit).

Grundsätzlich ist es bei Hündinnen nichts Ungewöhnliches, wenn sie Trächtigkeitssymptome entwickeln, auch wenn sie nicht gedeckt wurden oder nicht aufgenommen haben. Schuld daran ist  das Gelbkörperhormon (Progesteron). Im  menschlichen Hormonzyklus wird dieses Hormon unmittelbar abgebaut, wenn es nicht zur Befruchtung kommt. Nur bei einer Schwangerschaft bleibt der Progesteron-Spiegel bestehen. Das Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut den Embryo schützt. Bei der Hündin dagegen bleibt der Progesteron-Spiegel auch nach der Läufigkeit bestehen. Erst wenn der Progesteron-Spiegel abfällt, zeigen sich die typischen Trächtigkeitssymptome. Das ist meistens im letzten Drittel des Zyklus, also etwa ab dem 30. Tag nach der Läufigkeit, der Fall. Es ist daher ein völlig normales Ereignis, wenn Hündinnen dann geschwollene Zitzen haben und vielleicht sogar Milch geben.

Die Hündin hat dabei keine Halluzinationen, sie bildet sich ihre Trächtigkeit nicht ein: nach dem Hormonstatus ist sie trächtig! Man geht heute davon aus, dass die Evolution dies so gewollt hat, da es dem Überleben der Welpen in einem Rudel nützte, wenn auch die nicht gedeckten Hündinnen in der Lage waren, die Welpen zu säugen.

Die Scheinträchtigkeit ist aus homöopathischer Sicht nicht behandlungsbedürftig, wenn sich die Symptome in dem oben beschriebenen Rahmen bewegen. Eine Behandlung ist nur dann erforderlich, wenn sich die Zitzen entzünden (der Fachbegriff dafür heißt Mastitis) oder die Hündin sich so zurückzieht, dass sie als “depressiv” bezeichnet werden kann. Meist klingen die Symptome von alleine nach 1 – 3 Wochen wieder ab.

Als Besitzer können Sie Ihrer Hündin helfen, indem Sie sich ihr zuwenden und sich mit ihr beschäftigen, ihr Bewegung verschaffen und mit ihr spielen. Spielzeuge, die die Hündin bemuttert, sollten Sie ihr wegnehmen. Sie sollten Ihre Hündin nicht zu stark am Gesäuge lecken lassen, weil dies den Milchfluss anregt. Keinesfalls sollten Sie das Gesäuge mit Wärme behandeln, weil auch dies die Milchproduktion stimuliert.

Es gibt immer wieder Tierärzte, die bei wiederholter Scheinträchtigkeit (man sollte besser von “Scheinmutterschaft” sprechen) zu einer hormonellen Behandlung oder sogar zur Kastration raten. Bedenklich finde ich daran schon die Idee, ein völlig gesundes Tier mit Medikamenten, die tief in die körperlichen Funktionen eingreifen, zu behandeln oder sogar zu operieren. Jede Operation bedeutet für das Tier Schmerz, Angst und Belastung mit Medikamenten: Narkose,  Schmerzmittel und anschließende Gabe von Antibiotika. Bei einer Hormonbehandlung kann es zudem schnell zur Überdosierung kommen, weil für eine gezielte Gabe der individuelle Hormonstatus der Hündin bekannt sein müsste! Die Homöopathie stellt hier eine ernsthafte Alternative dar.

Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de

zum Weiterlesen:

Claudia Grothus, Läufigkeit und Scheinträchtigkeit bei Hündinnen, Homöopathie konkret (nur Inhaltsverzeichnis), Heft 2/2011, S. 61 ff.

Ernst-Günther Grünbaum/Ernst Schimke (Hg.), Klinik der Hundekrankheiten, 3. Aufl. 2007, S. 740 f.

Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Homöopathie

02. September 2011

Im Jahr 2006 haben Wissenschaftler im Auftrag des Schweizer Bundesrates einen sog. HTA-Bericht zur Homöopathie  veröffentlicht. HTA steht für “Health Technology Assessment”, auf deutsch könnte man den Begriff etwa mit  “Überprüfung medizinischer  Verfahren” übersetzen. Ein HTA ist ein etabliertes wissenschaftliches Verfahren, das nicht nur nach der Wirksamkeit einer bestimmten Intervention fragt, sondern vor allem die Wirksamkeit in ihrer Alltagsanwendung, ihren Nutzen, ihre Sicherheit und ihre Wirtschaftlichkeit untersucht. Für das HTA werden wissenschaftliche Studien, Beobachtungsstudien, und Fallserien ausgewertet. Der Bericht kommt u.a. zu folgenden Ergebnissen:

  • Die Homöopathie ist eine wirksame, unter den Schweizer Bedingungen sichere und soweit aus der Studienlage ersichtlich auch eine wirtschaftlich günstige Intervention.
  • In der Zusammenschau der Studienergebnisse fanden 20 von 22 Reviews (Studien, die mehrere Studien auswerten) zumindest einen Trend zugunsten der Homöopathie. In 2 (von 22) Reviews war kein positiver Nachweis für die Wirksamkeit der Homöopathie zu erkennen.
  • In einer dreistufigen Einschätzung der “Alltags-Wirksamkeit” in “Wirksamkeit wahrscheinlich, fraglich oder unwahrscheinlich” ist die Wirksamkeit der Homöopathie als “wahrscheinlich” anzugeben.
  • Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ausreichend Belege für eine präklinische Wirkung und eine klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt.

Quelle:

Gudrun Bornhöft, Peter F. Matthiessen (Hrsg.), Homöopathie in der Krankenversorgung – Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, Ein HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin der Schweiz, 2006, VAS (Verlag für akademische Schriften), Frankfurt

Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de

Was ist klassische Homöopathie?

18. Februar 2011

Viele Therapeuten geben als Therapieform “klassische Homöopathie” an. Was bedeutet dies eigentlich? Und wo liegt der Unterschied zu anderen Formen der Homöopathie?

Die Klassische Homöopathie richtet sich nach der Lehre, die Samuel Hahnemann im Wesentlichen in seinen Werken “Organon der Heilkunst” (1842) und den “Chronischen Krankheiten” (1828 – 1830) niedergelegt hat. Die Grundlagen dieser Lehre sind

  1. die Ähnlichkeitsregel “similia similibus curentur” (“Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden”),
  2. die Verordnung eines Arzneimittels nach der Gesamtheit der Symptome,
  3. die Kenntnis der Arzneikräfte durch Arzneimittelprüfungen am Gesunden,
  4. die Verwendung der Arzneimittel in potenzierter Form und kleiner Dosis.

Ein klassisch homöpathisch arbeitender Therapeut verordnet grundsätzlich  Einzelmittel und verwendet in der Regel sog. Hochpotenzen, d.h. C-, M-, XM-, LM- oder Q-Potenzen. Er verordnet die Arzneimittel auf Grund der sog. Totalität (Gesamtheit) der Symptome, d.h. er verschreibt das Arzneimittel nicht nach den Symptomen der Krankheit, sondern nach den individuellen Beschwerden des Patienten. Zu diesem Zweck erhebt er zuvor eine gründliche Anamnese, um möglichst viele charakteristische Symptome zu ermitteln.

Die sog. organotrope Homöopathie konzentriert sich auf ein bestimmtes Organ und wendet dabei Tiefpotenzen (D-Potenzen) an.

Die Homöopathie nach bewährten Indikationen bzw. sog. klinische Homöopathie stellt klinische Indikationen (z.B. “Zwingerhusten” oder “Arthrose”) in den Vordergrund und behandelt nach standardisierten Dosierungen, ohne die Gesamtheit der Symptome zu ermitteln. Diese Vorgehensweise ist bei akuten Erkrankungen, Verletzungen und Notfällen oft zielführend, führt aber bei chronischen und rezidivierenden (wiederkehrenden) Leiden meist nicht zu gewünschten Besserung.

Sowohl die organotrope als auch die klinische Homöopathie können unter bestimmten Voraussetzungen eine gute Ergänzung zur klassischen Vorgehensweise sein.

Die Komplexmittel-Homöopathie wendet statt Einzelmitteln Arzneimittelgemische an, die aus mehreren Tiefpotenzen bestehen. Ihre Verschreibung beruht nicht auf der Lehre Hahnemanns.

Die sog. Neue Homöopathie, die Patienten mit Symbolen heilen will, die auf den Körper aufgemalt werden, teilt mit der Lehre Hahnemanns nur noch den Namen, hat aber inhaltlich mit der Homöopathie Hahnemanns nichts zu tun.

Die Homöopathie ist ein lebendiges Therapieverfahren, das sich laufend weiterentwickelt. So haben sich zahlreiche Strömungen und Methoden etabliert, die versuchen, die Lehren Hahnemanns weiterzuentwickeln, z.B. die Bönninghausen-, Sehgal-, Scholten- oder Sankaran-Methode.

Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de

Hinweise zur Entwurmung bei Hund, Katze, Pferd

14. Januar 2011

Oft endet der Besuch in der Tierarztpraxis mit der Frage: “Wollen Sie noch eine Wurmkur mitnehmen?”. Für Hunde lautet die gängige Empfehlung, alle 3 – 4 Monate zu entwurmen. Grundsätzlich gilt aber: die Wurmkur ist keine “Kur”, sondern ein rezeptpflichtiges Medikament. Als solches hat es Nebenwirkungen und kann wie jedes andere Medikament auch Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Daher sollten Sie dieses Medikament nur einem Tier verabreichen, das auch wirklich Würmer hat. Ganz besonders gilt das für Tiere, die bereits eine Vorgeschichte von Medikamenten- oder Futtermittelunverträglichkeiten, Hautkrankheiten oder anderen chronischen Krankheiten (z.B. chronische Darmentzündung, chronischer Durchfall, Sommerekzem, chronische Ohrentzündung etc.) haben.

Es ist sehr einfach festzustellen, ob ein Tier Würmer hat. Entweder sehen Sie sie bereits mit bloßem Auge oder Sie lassen den Kot untersuchen. Für die Kotuntersuchung empfiehlt es sich, Kot (jeweils etwa in der Menge eines Teelöffels) von drei Tagen zu sammeln. Es gibt dafür im Medizinbedarf besondere Behälter, ein ausgedientes, aber gut ausgespültes Marmeladenglas (am besten auskochen) tut es aber auch. Achtung: der Behälter sollte nicht im Kühlschrank gelagert werden (die niedrige Temperatur hemmt das Wurmwachstum).

Die Untersuchung erfolgt entweder unmittelbar beim Tierarzt oder in einem Labor. In Ostwestfalen-Lippe können Sie als Tierhalter die Kotprobe selbst beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt OWL (CVUA) in Detmold abgeben und eine parasitologische Untersuchung in Auftrag geben. Das Formular für den Untersuchungsauftrag kann man auf der Homepage des CVUA herunterladen. Die Kosten für eine parasitologische Untersuchung bei Hund, Katze und Pferd liegen je Tier unter 10 €. Selbstverständlich können Sie eine Kotuntersuchung auch über meine Praxis in Auftrag geben.

Sollte die Probe positiv sein, also Hinweise auf einen Parasitenbefall zeigen, sollten Sie mit Ihrem Tierheilpraktiker oder Ihrem Tierarzt das Ergebnis besprechen und mögliche Maßnahmen beraten. Achtung: Ist das Ergebnis negativ, heißt dies nicht, dass Ihr Tier keine Würmer hat. Darmparasiten entwickeln sich zyklisch, d.h. es kann mehrere Tage und sogar Wochen geben, in denen sich die Würmer im Darm nicht nachweisen lassen. Wenn Sie jedoch in regelmäßigen Abständen, z.B. von 3 – 6 Monaten, Kotproben Ihres Tiers untersuchen lassen und die Befunde wiederholt negativ sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Tier trotzdem Parasiten hat. Entscheidend ist dann, ob Sie andere Symptome an Ihrem Tier beobachten, die auf einen Parasitenbefall hindeuten, wie z.B. Leistungsabfall, Abmagerung, Schwäche, schlechtes Haarkleid, Durchfall, Verdauungsstörungen etc.

Entgegen der landläufigen Meinung gibt keine prophylaktische (vorbeugende) Entwurmung! Das Anti-Wurm-Medikament wirkt nur auf die aktuell vorhandenen Parasiten ein. Es bietet keinen Schutz vor einem Parasitenbefall für die Zukunft.

Eine gängige Praxis ist es, bei Durchfallerkrankungen und Abmagerung “vorsichtshalber” ein Anti-Wurm-Medikament zu verabreichen. Geht es dem Tier anschließend besser, hat man damit gleichzeitig eine Diagnose gestellt. Verbessert sich der Zustand jedoch nicht, hat man dem ohnehin geschwächten Tier ein unnötiges Medikament verabreicht und wertvolle Zeit für eine gezielte Diagnosestellung verloren.

Dr. iur. Ricarda Dill, Heilpraktikerin, Tierheilpraktikerin (www.tierheilkunde-owl.de)

Die Ernährung der Katze

03. Dezember 2010

Hunde und Katzen haben zwar fast denselben Status als Haustiere, sie sind aber in Hinblick auf Physiologie, Verhalten und Ernährung sehr verschieden.Die Evolutionsgeschichte von Hund und Katze zeigt, dass der Hund neben Fleisch immer auch andere Nahrungsbestandteile  verzehrt hat, während die Katze eine rein tierische Nahrung zu sich genommen hat.

Praktische Konsequenz dieser Entwicklung ist, dass die Katze gezielt tierisches Gewebe aufnehmen muss, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Der Katze fehlen bestimmte Enzyme, um Kohlenhydrate aufzupalten. Das bedeutet, dass die Fütterung von Getreide und Kohlenhydraten, insbes. Zucker, den Stoffwechsel der Katze stark belastet und ihr zudem nicht die benötigte Energie liefert. Die meisten handelsüblichen Katzenfuttersorten enthalten je nach Preisklasse bis zu  30 % Getreide, Trockenfutter meist noch mehr (bis 80%). Durch die ungenügende Verarbeitung der Kohlenhydrate kann es zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und zu Nierenschäden kommen. Tierheilpraktiker vermuten einen Zusammenhang zwischen dem hohen Getreideanteil in Futtermitteln und Nierenerkrankungen der Katze, insbes. der CNI (= chronische Niereninsuffizienz). Nierenerkrankungen werden zudem dadurch begünstigt, dass Katzen, die ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden, oft zu wenig Wasser aufnehmen.

Die Katze ist darauf angewiesen, Vitamin A aus tierischen Quellen zu erhalten (Hund und Mensch können es auch aus Pflanzen, z.B. Karotten, aufnehmen). Weitere Stoffe, die die Katze mit der Nahrung aufnehmen muss, weil der Körper sie nicht selbst erstellen kann (sog. essentielle Nahrungsbestandsteile), sind Taurin, Arginin, Methionin und Nicotinsäure.

Tips für eine gesunde Ernährung der Katze:

  1. Futter mit möglichst geringem Getreideanteil und möglichst hohem Fleischanteil wählen.
  2. Auf hochwertige Bestandteile achten.
  3. Lieber Nassfutter statt Trockenfutter füttern.
  4. Futtermittel wählen, die möglichst wenige Verarbeitungsstufen durchlaufen haben.
  5. Futtermittel mit Konservierungs- und Farbstoffen, Zucker und Geschmacksverstärkern meiden.

Weitere Hinweise zu einer gesunden Katzenernährung erhalten Sie hier:

http://www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html

Dr. iur. Ricarda Dill, Heilpraktikerin, Tierheilpraktikerin

http://www.tierheilkunde-owl.de

Hunde: Krank durch Stress?

12. November 2010

“Stress macht krank”. Dieser Satz gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere. Stress  löst komplexe Stoffwechselreaktionen im Körper aus. Chronischer Stress kann dabei zu schweren chronischen Krankheiten führen oder bestehende Krankheiten verschlimmern, z.B. Schmerzreaktionen verstärken.

stressauslösende Faktoren beim Hund sind:

  • Besitzerunmittelbare Bedrohungen
  • Gewalt, Wut, Aggressionen in der Umgebung
  • an der Leine rucken, straffe Leine, zu kurze Leine
  • zu hohe Ansprüche beim Training und im Alltag
  • zu viel Bewegung (v.a. beim jungen Hund) oder zu wenig Bewegung und Aktivität
  • Hunger, Durst
  • sich nicht entleeren zu dürfen, wenn er muss
  • zu viel Kälte (frieren) oder Wärme (schwitzen)
  • Krankheit und Schmerz
  • zu viel Lärm
  • Einsamkeit und Langeweile
  • schockartig auftretende Ereignisse
  • ein Übermaß an aufregenden Objektspielen (Bällchen, Stöckchen)
  • ein Übermaß an aufregenden Sozialspielen (mit anderen Hunden oder Menschen)
  • plötzliche Veränderungen
  • häufiger Wohnortwechsel
  • Verlust eines Sozialpartners

wie erkennt man, ob ein Hund gestresst ist?

  • Rastlosgkeit, er kann nicht zur Ruhe kommen
  • Überreaktion auf Ereignisse, z.B. wenn es an der Tür klingelt
  • Einsatz von Beschwichtigungssignalen
  • übertriebene Körperpflege (ständiges Lecken, Beißen, Kratzen etc.)
  • Dinge zerbeißen
  • Bellen, jaulen, winseln, heulen
  • Durchfall, Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • unangenehmer Körpergeruch, übler Geruch aus dem Maul
  • verhärtete Muskeln
  • plötzliches Auftreten von Schuppen
  • sich schütteln
  • Veränderung der Augenfarbe
  • dem eigenen Schwanz hinterherjagen
  • schlechte Fellbeschaffenheit (Haarausfall, struppiges, stumpfes Fell usw.)
  • ungesundes Aussehen
  • hecheln
  • schlechte Konzentration
  • zittern
  • häufigeres urinieren als gewöhnlich
  • beim Rüden: ausschachten des Penis
  • Allergien und andere Hautprobleme
  • Fixierung auf bestimmte Dinge: Lichtblitz, Fliegen etc.
  • nervöses Verhalten
  • Übersprungshandlungen
  • abwesend wirken

Was können wir tun, um den Stress bei Hunden zu reduzieren?

  • Umgebung des Hundes verändern
  • Routineabläufe verändern
  • nicht strafen, übertrieben schimpfen, keine harten Erziehungsmethoden anwenden,
  • nicht über den Leinenruck arbeiten
  • üben, beschwichtigende Signale zu erkennen, auf sie zu reagieren und selbst einzusetzen
  • dafür sorgen, dass die täglichen Bedürfnisse des Hundes befriedigt werden, das er z.B. oft genug nach draußen kommt, frisches Wasser für ihn bereit steht etc.
  • rassespezifische Eigenheiten berücksichtigen
  • ausgewogenes Maß an Bewegung/Aktivität und Ruhephasen
  • den Hund so oft wie möglich an unserem Leben teilhaben lassen

Die Hinweise wurden dem Buch “Die Beschwichtigungssignale der Hunde” von Turid Rugaas, Animal Learn Verlag, 2000, entnommen.

Dr. iur. Ricarda Dill, Heilpraktikerin, Tierheilpraktikerin

www.tierheilkunde-owl.de

Impfungen bei Katzen

05. November 2010

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Impfung von Katzen in Kürze. Sie wurden dem Ratgeber  “Haustiere impfen mit Verstand” von Monika Peichl, 1. Aufl. 2006, Norbert Höpfinger Verlag, entnommen.

  1. Auch bei Katzen schützen Impfungen weit länger als ein Jahr (s. den Beitrag über Impfungen bei Hunden vom 22.10.2010).
  2. Die Hauptimpfung (sog. core vaccination) für Katzen ist die gegen Seuche/Katzenseuche. Diese Impfung sollten alle Katzen erhalten. Sie schützt nach richtiger Grundimmunisierung viele Jahre, nach Ansicht mancher Autoren lebenslang.
  3. Manche Impfstoffe sind längst nicht so wirksam wie suggeriert wird: dies gilt für die Impfungen gegen Schnupfen und Chalmydien, den Impfstoff gegen FIP (Feline infektiöse Peritonitis) und manche Impfstoffe gegen FeLV (Felines Leukose-Virus/”Leukose”).
  4. Je mehr Impfstoffe gleichzeitig gegeben werden, desto höher ist das Risiko einer Nebenwirkung.
  5. Jüngere Katzen (bis zu einem Jahr) haben ein erhöhtes Risiko, an unerwünschten sog. Nebenwirkungen der Impfung zu erkranken.
  6. Katzen sollten Impfstoffe ohne Adjuvantien erhalten. Diese Zusatzstoffe sind in fast allen Totimpfstoffen enthalten und tragen zur Entstehung von Impfsarkomen bei (Krebsgeschwulst an Impfstellen). Fast alle FeLV-Impfstoffe enthalten Adjuvantien, sie zählen mit den Tollwutimpfstoffen zu den Hauptverursachern von Impfsarkomen. In Lebendimpfstoffen sind keine Adjuvantien enthalten. Bisher ist aber nicht erwiesen, dass diese keine Impfsarkome verursachen.
  7. Zur Vermeidung von Impfsarkomen sollte grundsätzlich niemals in die Schulter-Nacken-Region geimpft werden.
  8. Studien haben gezeigt, dass Katzen nach einer Impfung gegen FIV (Felines Immundefizienzvirus/”Katzenaids”) besonders empfänglich für das Virus sind.
  9. FIV und FIP zählen zu den Virusinfektionen, bei denen sich Impfungen als krankheitsfördernd erwiesen haben.
  10. Katzen, die schon einmal eine schwere Nebenwirkung erlitten haben (Durchfall, Erbrechen, Atemnot, anaphylaktischer Schock) sollten nach Möglichkeit nicht mehr geimpft werden.
  11. Vor einer Impfung sollten Katzen auf FIV, FIP und FeLV getestet werden, um unerwünschte Wirkungen der Impfung zu vermeiden.

Bei Katzen mit schweren chronischen Erkrankungen, wie z.B. Allergien, Autoimmunerkrankungen, Tumorerkrankungen etc. sollten für das konkrete Tier die Risiken einer Impfung sorgfältig gegen den Nutzen abgewogen werden. Als Tierhalter sollten Sie sich in diesem Fall sorgfältig beraten lassen.

Ricarda Dill

www.tierheilkunde-owl.de